Ich bin euch noch den zweiten Teil meiner Bilanz des Jahres 2010 schuldig.
Das erste Halbjahr hat grandios angefangen. Mein berufliches Engagement in der Schweiz war auf Dauer finanziell nicht mehr attraktiv, ganz zu schweigen von der wirklich nicht sehr glücklichen familiären Situation. Meine Familie habe ich praktisch nur noch am Wochenende gesehen.
Anfang 2010 habe ich daher beschlossen etwas zu ändern und das Wagnis einzugehen, mir aus einer sicheren, sehr gut dotierten Position heraus etwas anderes zu suchen. Dieser Schritt war unheimlich schwer. Ich bin verantwortlich für das finanzielle Wohl und Wehe meiner Familie und in meiner alten Firma war ich hochgeschätzt und nach 10 Jahren Betriebszugehörigkeit praktisch auch unkündbar.
Gleichwohl bin ich gesprungen und habe etwas neues sehr tolles und aufregendes gefunden. Die jetzige Position ist nicht ganz so sicher, dafür noch viel spannender und noch internationaler und hat auch noch viel größere Aufstiegsmöglichkeiten. Im ersten Halbjahr ist es mir gelungen mich in der neuen Firma sehr gut zu positionieren und mir ein effektives Firmeninternes Netzwerk aufzubauen. Ich konnte mich als echten Experten profilieren und konnte bereits den Nachweis erbringen, dass ich einige Alleinstellungsmerkmale in Hinblick auf spezielles know how habe und neben dem Expertenwissen in meinem Gebiet ein guter Teamplayer bin und auch andere Kollegen motivieren und durch ein gutes Beispiel auch führen kann.
Man hat mir jetzt bereits angeboten zum zweiten Quartal 2011 die Leitung einer europäischen firmen interen Beratungs- und Auditierungsabteilung zu übernehmen. Das werde ich wohl annehmen und ich gehe wohl zurecht davon aus, dass hiermit auch ein Gehaltssprung verbunden ist, welcher mir hilft, mein Ziel zu erreichen.
Dies ist aber auch bitter nötig. Meine Kinder brauchen mehr von meiner Frau und mir. Dies gilt insbesondere, weil ich andauernd auf Geschäftsreisen bin. Daher haben meine Frau und ich beschlossen, dass sie im Sommer aufhören wird zu arbeiten. Wir werden daher Mindereinnahmen von ca. 1,4k netto im Monat haben. Ich strebe an, diese Lücke mit einer Gehaltserhöhung zu kompensieren, damit alles beim alten bleibt und ich meine ziemlich hohe Sparquote beibehalten kann.
Ich bin ein bisschen abgeschweift…. also: In Hinblick auf das erste Halbjahr und den Jobwechsel war soweit alles gut. Danach bin ich aber in ein Loch gefallen oder habe vielmehr alle Energie in den neuen Job gesteckt, um mich dort zu profilieren. Ich habe mich mit vielen Sachen beschäftigt und habe einiges angedacht oder angefangen –wie den Ausbau meines Dachgeschosses, die Generierung zusätzlicher Einnahmen aus einer freiberuflichen Tätigkeit oder den Import von Waren aus China- welche ich dann nicht mehr weiterverfolgt habe. Ich habe mir wohl einfach zuviel zugemutet. Ein ähnliches Resümee habe ich schon im letzten Jahr gezogen. Ich muss etwas ändern und muss meine Ziele sorgfältiger wählen. Der Tag hat nur 24 Stunden und ich habe auch noch Familie und Freunde und viele, viele andere Interessen. Ich habe sogar schon daran gedacht, diesen Blog (nicht aber das Projekt an sich) einzustellen, um etwas mehr Zeit zu haben.
Auf jeden Fall bin ich mit mir nicht so ganz zufrieden. Ich habe viel geredet aber leider nicht so viel gemacht wie möglich gewesen wäre. Ich habe es versäumt einige Weichen für die Zukunft zu stellen. Dies gilt es nunmehr in 2011 zu erledigen, doch dazu später mehr, bei der Formulierung meiner Ziele für das laufende Jahr…
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So war 2010: Die Hardfacts
Ich kann deine Situation sehr gut nachvollziehen, da ich selbst in einer ähnlichen Position bin bzw. war. Vor deiner Entscheidung habe ich deshalb sehr großen Respekt! Ich wünsche dir, dass dein Mut belohnt wird…
Aber im Endeffekt ist Geld wirklich nicht alles und es gibt Wichtigeres im Leben. Diese Anschauung vertrittst du offenbar auch – das ist sympathisch 🙂
Das mit der Familie solltest Du auf jeden Fall beherzigen. Die Familie ist für mich das höchste Gut noch vor Gesundheit und finanzieller Absicherung. Ich stelle mir die Frage ob der Ausspruch „Wer den ganzen Tag arbeitet hat keine Zeit Geld zu verdienen“ auf Dich zutrifft. Die neue berufliche Perspektive hat bestimmt ihren Reiz und es hört sich so an, als ob Du beruflich auf einem sehr guten Weg bist. Aber bringt Dich der Job auch zu Deinen (hier /uber-mmui/ ) gesteckten Zielen? Willst Du das Ziel wirklich noch erreichen? Passen Job und Lebensziele zusammen? Ich mag mich irren, aber mir scheint Du bist Dir da im Moment nicht so sicher.
Ich wünsche Dir die richtigen Entscheidungen.
Gruß
JustDoIt
Hallo,
es wäre äußerst schade, wenn du dein Blog einstellst. Sicherlich gibt es immer mal wieder Durststrecken und Ziele, die nicht erreicht werden. Insbesondere dann gilt es, diszipliniert und motiviert zu sein.
Aber es gibt noch eine andere, spannende Betrachtung die sich speziell auf den Blog bezieht. In meinen Augen schafft insbesondere die Transparanz deiner Artikel gerade etwas fesselndes. Und je weiter dein Kapitat wächst, nimmt dieser Punkt zu. Soetwas hat es in Deutschland bislang nicht gegeben und ich prognostiziere, dass es extrem erfolgreich ist. Denn das tolle dabei ist, dass du mit dem Blog erst tolle, später extrem tolle Einnahmen generieren kannst. Diese Spirate dreht sich immer weiter nach oben 🙂 Also, rock on!
Hallo Co-Autor,
jip, Deine Bedenken halte ich für gerechtfertigt. Deshab bin ich mit meiner Entwicklung ja auch nicht so recht zufrieden und bereue insbesondere, dass ich es 2010 versäumt habe, die ersten Minischritte in Richtung Selbständigkit zu unternehmen (China Importe; Freiberufliche Tätigkeit).
Ich bin überzeugt, dass ich mein Ziel eigentlich nur erreichen kann, wenn ich mich früher oder später Selbständig mache. Ich gehöre beruflich zwar schon zu den Gutverdieners, ber Millionär wird man ohne Vorstandsposten wohl eher nicht und da sehe ich mich noch nicht.
Mein Problem ist aber, dass ich auch noch eine Frau und kleine Kinder habe, welche von mir abhängig und auf mich angewiesen sind. Diese Situation erfordert es, dass ich (leidr) eben auch darauf bedacht sein muss, meiner Familie Sicherheit zu ewähren. Also: safety first!.
Ich bin da ein bisschen in einem Dilema und muss schauen, wie ich alles unter einen Hut bringe. Dies war mir aber von Anfang an bewusst. Son in meinem zweiten Beitrag ( /warum-eine-million/ ) habe ich darauf hingewiesen (Zitat):
„Neu (Anm.: an diesem Blog) ist höchstens, dass ich versuche mein Million-Ziel als Familienvater zu erreichen, was vielleicht noch schwieriger ist, da ich meine Meute durchfüttern muss und ich von meiner Familie nicht verlange, sich meinem Ziel unterzuordnen und Opfer zu bringen. Mal schauen, wie ich diesen Spagat schaffe…“
Es ist alles nicht so einfach… Mal schaun, was in den nächsten 6 Jahren noch passiert…
Rock n‘ roll lieber Unbekannter,
danke für den zuspruch und nein, mmui wird es zunächst auf jeden Fall weiter geben, auch wenn das Blog immer zeitintensiver wird.
Allerdings habe ich nicht die Hoffnung, dass mmui jemals nennenswerte Einnahmen erzielen wird. Mehr als ein Taschengeld ist wohl nicht drin…
Ich bin auch technisch zu schlecht. SEO und sowas kann ich eider gar nicht.
Zudem ist das Blog gar nicht so einzigartig. Schau mal in der Kathegorie „Die Blogs der Millionäre“…
Gruß,
Arkad
Mir kommt es so vor als weichst du gerade vom Konzept, passives Einkommen zu generieren, etwas ab. Willst du nur über das Gehalt die Million im gesetzten Zeitrahmen erreichen, bräuchtest du ab jetzt ein Bruttogehalt von über 300k p.a. Aber mit diesem Gehalt (und auch schon auf dem Weg dorthin) hättet du wahrscheinlich überhaupt keine Zeit mehr – weder für die Familie, noch für den Blog.
Daher fand ich deine Idee, mit dem Warenimport aus China, ziemlich gut. Es wird zwar nicht leicht, das aufzubauen und wahrscheinlich wird auch nicht gleich der erste Versuch ein voller Erfolg, aber wenn dir damit der Durchbruch gelingt, wird sich dein Einkommen schnell verdoppeln oder verdreifachen. Auf jeden Fall kannst du damit Dimensionen erreichen, die nur mit dem Gehalt nicht möglich sind.
Also, weiterhin viel Spaß auf dem Weg zur Million.
Hallo Peter,
vielleicht drücke ich mich missverständlich aus. Ich habe keinesfalls vor den Plan von der Selbstständigkeit und der Schaffung von passivem Einkommen aufzugeben. Ich werde alle von Dir genannten Projekte auf die eine oder andere Art und Weise in 2011 in Rollen bringen. Zumindest habe ich das vor 😉
Das es ein „safety first“ gibt, bedeutet nicht, dass es kein „second“ gibt. Außerdem habe ich vor, meine Frau stärker einzubinden, wenn Sie ihre Berufstätigkeit aufgibt. Mehr hierzu in den Zielen für 2011, welche ich demnächst formulieren werde.
Gruß,
Arkad
Hi Arkad,
klar wird es immer zeitintensiver…mehr Besucher verlagen oft auch nach mehr Professionalisierung.
Ich würde die Hoffnungen nicht aufgeben. WordPress ist recht simpel und so kannst du dir für die Technik jemanden suchen, der dir hin und wieder hilft bzw. die Betreuung übernimmt. Bezüglich SEO brauchst du dir auch nicht allzuviele Sorgen zu machen. WordPress mit einigen Plugins nimmt viel der Optimierung ab und Links kommen ebenfalls mit zunehmenden Besuchern. So wird es bei steigendem Content auch immer mehr Rankings und folglich Besucher geben. Es ist ein Kreislauf mit positiver Richtung 🙂 Nur dranbleiben muss man!
Und auch unter vielen kann man einzigartig sein! 🙂
Hallo Chef-Autor :-),
ich kenne das nur zu gut. Befinde ich mich doch selbst auch in der Situation, dass mir finanziell eine Familie „auf der Schleppe steht“. Regelrechte Opfer von der Familie abzuverlangen, wäre bei uns wahrscheinlich der Anfang vom Ende des Familienlebens. Zu Recht. Wir haben aber bereits in der Vergangenheit eine ganze Reihe an ertragreichen Aktivitäten durchgezogen, welche zum Teil mit langen und sehr sehr steinigen Wegen verbunden waren. Die Ergebnisse dienen als Grundlage für das weitere Schaffen. Allmählich können wir sogar einen Teil der Früchte genießen. Meine Frau unterstützt mich in den Geschäften, die neben meiner Berufstätigkeit abgewickelt werden, sehr. Dies hat den Vorteil, dass ich den Rücken frei habe und sie wird in der Phase ihrer beruflichen Abstinenz auch ein wenig gefordert – mit diversen positiven Auswirkungen.
Mein Ziel ist auch die Mio. Besser n bisschen mehr wegen der Inflation. Ich will das aber erst in ca. 15 Jahren erreicht haben und bin auf dem besten Weg dahin. Mein Ziel ist aber auch, einen gewissen „kleinen Luxus“ mit der Familie genießen zu können. Wir sind nicht abgedreht und nicht verschwenderisch, aber ich habe z. B. einfach keinen Bock darauf, darüber nachzudenken, ob der nächste Urlaub nun 800 EUR mehr kosten darf oder nicht. Wir wollen auch heute Dinge erleben. Das schließt das Millionenziel nicht aus und heißt auch nicht, dass man alles aufn Kopp hauen muss. Es dauert halt nur länger. Man muss drauf achten dass der Geldzufluss nicht abreißt und das Ziel nie, nie, nie, nie, nie aus den Augen lässt.
Denk mal darüber nach, wie viele Jahre Dich in finanzieller Hinsicht alle mal gern haben könnten, wenn Du ab heute keinerlei Einnahmen mehr hättest und Du Dich auf das Nötigste wie z. B. Nahrungsmittel, Kleidung, Telefon und Wohnung beschränken würdest.
Du bist schon freier als Du denkst. Ich hoffe, Du kannst meinen Ansichten etwas abgewinnen.
Gruß
JustDoIt
Jip, dass kann ich. Du sprichst mir aus dem HErzen. Ich habe so in etwa die gleiche Einstellung wie Du. Ich gehöre auch nicht zur „Tüttensuppenfraktion“, sondern möchte auch noch ein bisschen leben. Gleichwohl verzichte auf einiges an Luxus, weil ich Sicher bin, dass mir das Stadium der finanzielle Freiheit wesentlich wichtiger ist. Ich versuche aber auch, alles in etwas auszubalancieren. Das ist für mich auch die eigentliche Kunst an der Sache und zerstört mir auch nicht die Langzeitmotivation.